Wer an diesem Vormittag an unserem großen Tisch vorbeikam, sah viele fleißige Hände. Berge von gekochten Kartoffeln warteten darauf, gepellt und geschnitten zu werden, denn zum Weinfest sollte es selbstgemachten Kartoffelsalat geben. Daneben ging es feiner zu: Würfel für Würfel, Traube für Traube entstanden die Käsespieße für den Nachmittag. Man merkte schnell, wer solche Handgriffe von früher kennt.
Am Nachmittag sah der Hof richtig festlich aus. Auf den weißen Tischdecken lag Weinlaub, dazwischen brannten kleine Kerzen. Zum Kaffee kamen die Käsespieße auf den Tisch, und wir stießen mit alkoholfreien Weingetränken an.
Dann legten wir die Oldies auf. Kaum liefen die ersten Takte, wippten schon die Füße mit, und bald wurde getanzt. Manche tanzten mit einem Mitbewohner, andere mit einer Kollegin aus unserem Team. Wer lieber sitzen blieb, sang leise mit oder klatschte im Takt. Der Nachmittag verging wie im Flug.
Als es Abend wurde, roch es im Hof nach Grillwurst. Dazu gab es natürlich den Kartoffelsalat vom Vormittag. Ob es am Rezept lag oder an den vielen Händen, die mitgeholfen hatten: Er schmeckte allen ausgezeichnet.
Solche Tage mögen wir besonders. Beim Kartoffelschälen und bei den Liedern von früher kommen Erinnerungen hoch, man kommt ins Erzählen und gehört ganz selbstverständlich dazu.
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